Island 2015 . Teil 1

Island

Gletschersee in Island

Ende Juni 2015 war es soweit: zusammen mit zwei Fotokollegen flog ich für 16 Tage zum ersten Mal nach Island! Anfang des Jahres trafen wir uns, um die Reiseroute abzustimmen, die Unterkünfte grob auszuwählen und die Flüge zu buchen. Das klappte problemlos und so wurde die erste Vorfreude wach. Wir waren uns einig, nicht die ganze Insel zu umrunden, wie es viele Besucher machen. Lieber wollten wir an besonderen Orten die Möglichkeit haben, länger zu verweilen. Das ist insofern sinnvoll, als dass das Wetter schlecht sein kann und man am folgenden Tag vielleicht Glück hat und besseres Wetter erwischt. Um es vorweg zu nehmen:
leider hat uns diese Strategie am Jörkulsarlon keinen Erfolg gebracht. Auf der Hinfahrt hat es genieselt und geregnet. Und auf der Rückfahrt gen Westen hat es zwar nicht mehr genieselt, aber dafür stark geregnet! Man steckt nicht drin …

Die Route sah letztendlich so aus:
Von Reykjavik -> Selfoss -> Vik -> Litla Hof -> Höfn

Höfn war der östlichste Ort, den wir besuchten. Danach fuhren wir in Richtung Westen und zwar nach:
Laugarvatn -> Grundarfjördur (Snaefellnes) -> Breidavik -> Korpudalur -> Broddanes -> Osar -> Reykjavik.

Wir haben vorwiegend in Jugendherbergen übernachtet. Der Standard der Ausstattung und des Zustandes variiert sehr stark. Das Gute an JH ist, dass man z. B. beim Kochen schnell mit anderen Reisenden in Kontakt kommt und sich so das ein oder andere nette Gespräch ergibt. Am Ende waren wir aber mit allen Herbergen ganz zufrieden. Eine gute Alternative, die wir einmal nutzten, war ein Ferienhaus in der Region Litla Hof. Einen Tipp liest man im Netz immer wieder: Flüge und Unterkünfte sollten früh gebucht werden. 6 Monate im Voraus ist ein guter Zeitpunkt. Diesen Tipp sollte man beherzigen. Mehrere unserer JH waren nämlich (mit uns) ausgebucht.

Aus naturfotografischer Sicht ist Island ein Paradies. Im Jahr 2015 war der Frühling etwa 2 Wochen später als üblich. Deshalb haben die meisten Vogelarten, die wir sahen, noch gebrütet oder gebalzt. Wenige Arten wie Austernfischer, Bergente oder Sandregenpfeifer hatten allerdings schon Nachwuchs, den wir auch fotografieren konnten. Ende Juni wird es nie ganz dunkel. Zwischen 01:00 und 03:00 nachts ist des dämmrig, ansonsten hell! Herrliche Zeiten also für Fotografen. Wenn das Auto Fahren nicht wäre … Wir haben oft nachts fotografiert und sind morgens gegen 06:00 Uhr ins Bett gegangen. Allerdings mussten wir spätestens um 10:00 die Unterkunft räumen und weiter fahren. Das wird nach einigen Tagen ziemlich anstrengend. Einmal waren wir ca. 30h auf den Beinen. Es gibt einfach zuviel verlockende Motive.

Reykjavik: nach der Landung und dem obligatorischen Ersteinkauf der Verpflegung machten wir uns auf den Weg nach Selfoss.

Selfoss: ist unspektakulär! Wir erkundeten die Gegend und konnten Goldregenpfeifer und einen Regenbrachvogel beobachten.

Vik: Am nächsten Tag ging es weiter nach Vik. Oft fotografiert sind die schwarzen Felsnadeln vor der Küste und der schwarze Lavastrand. Eine Vielzahl an Motiven ergeben hier gute Fotomöglichkeiten. Das Wetter war allerdings regnerisch und sehr windig, so dass uns die Lavasteinchen am Strand horizontal ins Gesicht flogen. Fotografieren war in diesem Moment natürlich nicht möglich.

Litla Hof: Auf dem Weg nach Litla Hof durchqueren wir die Lavaebene bei Nupar und erreichen Skaftafell. Den bekannten Wasserfall Svartifoss (das Wasser fällt über Basaltsäulen in die Tiefe) besuchten wir nachts in einer kurzen Wanderung. Die Stimmung in der nur dämmrigen Nacht war eigentümlich und ganz besonders. Im nahen Skaftafellsjökull Gletscher konnten wir Eisformationen im Gletschersee ablichten. In der Ebene erlebten wir einen spektakulären Sonnenuntergang und konnten Alpenstrandläufer und Skua fotografieren, die dort brüteten. Auch der Goldregenpfeifer spielte mit.

Höfn: Am Jökulsarlon machten wir Zwischenstation auf dem Weg nach Höfn. Der Gletschersee ist einmalig uns auch entsprechend touristisch frequentiert. Leider hatten wir hier Nieselregen, so dass die erhofften Bilder von blauem Eis und Sonnenauf- oder Untergänge am gegenüber liegenden Lavastrand nicht möglich waren. Während der Weiterfahrt entdeckten wir direkt neben der Straße (!) einen brütenden Sterntaucher! Was für eine Glück. Leider spielte das Licht wieder nicht mit und so waren nur Belegaufnahmen möglich. Schließlich erreichten wir Höfn, einem unspektakulären und eher eintönigen Ort. Allerdings mit einem schönen, großen Supermarkt. Und mit einer unglaublichen Fotonacht an einem unglaublich schönen, mystischen Ort. Für mich der schönste Ort der ganzen Reise. Was ist hier so besonders? Es gibt hier ein Bergmassiv, das schon recht oft fotografiert wurde. Es liegt an einem schwarzen Strand auf dem mit Dünengras bewachsene Hügel verteilt sind. Diese Hügel in den Vordergrund, rechts die Brandung des Strandes und das Bergmassiv in den Hintergrund. Fertig sind stimmungsvolle Bilder. Das Besondere war die mystische Stimmung: es was Nacht, kalt, windig, regnerisch, gespenstisch ruhig. Magisch!
Als wir dann mit dem Auto noch ein wenig in den Bergen herumfuhren, haben wir eine Stelle gefunden, die das vorher gesehene nochmals getoppt hat: der Blick über ein Flußdelta in Richtung pyramidenförmiger Berge. Dazu die blaue, nächtliche Lichtstimmung! Das schönste, mystischste was ich je gesehen habe! Leider zog sich eine Hochspannungsleitung quer durch dieses Delta, so dass ich nicht fotografieren, sondern mit dem Smartphone nur ein Belegbild machen konnte. Das werde ich evtl. in einem separaten post veröffentlichen.

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